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Kalk lässt sich nur mit Säure lösen, also mit Zitronensäure, Essig oder einem sauren Badreiniger. Genau diese Säure ist aber das, was Naturstein, Zementfugen und manche Armaturen angreift. Im Bad gilt deshalb: erst klären, auf welchem Material der Kalk sitzt, dann das Mittel wählen, es verdünnt und nur kurz einwirken lassen und gründlich mit Wasser nachspülen. Noch besser ist es, Kalk gar nicht erst antrocknen zu lassen.
Der einfachste Kalkschutz kostet nichts: Ziehen Sie Duschwand und Fliesen nach dem Duschen mit einem Abzieher ab und wischen Sie die Armatur trocken. Das Umweltbundesamt empfiehlt genau das, weil es Kalkflecken verhindert und Schimmel vorbeugt.
Erst das Material, dann das Mittel
Die Tabelle fasst zusammen, was die Hersteller und Verbraucherschützer zu den häufigsten Oberflächen im Bad sagen. „Säure“ meint verdünnte Zitronensäure, Haushaltsessig oder einen sauren Badreiniger, keine Essigessenz.
| Oberfläche | Säure gegen Kalk | Scheuern | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| Glas (Duschwand, Spiegel) | ✓ verdünnt geeignet | ! lieber weiches Tuch und Abzieher | Spritzer auf Fugen und Armatur abspülen |
| Verchromte Armaturen | ! nur milde Reiniger auf Zitronensäurebasis | ✗ keine Padschwämme, keine Mikrofasertücher | Hansgrohe schließt Essigsäure, Salzsäure, Ameisensäure, Phosphorsäure und Chlorbleichlauge aus |
| Stahl-Emaille (Wanne, Duschtasse) | ✓ Wasser und Essig 1:1, keine Essigessenz | ✗ kein Scheuersand, keine Stahlwolle | Kaldewei: danach gut nachspülen |
| Glasierte Keramik (Waschbecken, WC, Fliesen) | ✓ geeignet gegen Kalk und Urinstein | ! nur, wenn der Hersteller es erlaubt | Bei beschichteter Keramik die Pflegehinweise prüfen |
| Kunststoff, Acryl | ! Herstellerhinweis prüfen | ✗ nur weiche Lappen | Kratzer sind nicht mehr wegzubekommen |
| Marmor, Naturstein | ✗ säureempfindlich | ✗ nur weiche Lappen | Neutralreiniger und Wasser |
| Zementfugen | ! selten und verdünnt | ✓ Bürste | Vorher und nachher mit Wasser nässen |
| Silikonfugen | ! nicht nötig | ✗ nur weiches Tuch | Spülmittel reicht für die Pflege |
Wenn Sie nicht wissen, woraus eine Fläche besteht, probieren Sie das Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle. Das empfiehlt auch die Verbraucherzentrale für empfindliche Oberflächen.
Kalk an Duschwand und Glas
Glas verträgt Säure gut, die Schwierigkeit liegt in der Umgebung: Was von der Scheibe tropft, landet auf Fugen, Dichtungen und Armatur. So gehen Sie vor:
-
Fugen und Boden nass machen
Brausen Sie die Fliesen unterhalb der Scheibe kurz ab. Fugen, die mit Wasser vollgesogen sind, nehmen weniger Säure auf.
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Mittel auf das Tuch geben, nicht auf die Scheibe
Sprühen oder gießen Sie verdünnte Zitronensäure oder Essiglösung auf ein weiches Tuch und verteilen Sie sie damit auf dem Glas. Die Verbraucherzentrale rät generell, auf den Lappen zu sprühen statt auf die Fläche, damit Sie weniger Sprühnebel einatmen.
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Kurz einwirken lassen
Ein paar Minuten reichen bei frischem Kalk. Dicke Schichten lieber mehrmals behandeln als lange einwirken lassen.
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Gründlich abspülen und abziehen
Spülen Sie Glas, Fugen und Armatur mit klarem Wasser ab und ziehen Sie die Scheibe trocken. Ab jetzt nach jedem Duschen abziehen, dann bleibt es beim einmaligen Großputz.
Armaturen, Luftsprudler und Duschkopf
Bei Armaturen ist Vorsicht wichtiger als Kraft. Der Hersteller Hansgrohe empfiehlt in seinen Pflegehinweisen nur sanfte Reinigungsmittel, zum Beispiel auf Zitronensäurebasis, und ein weiches Baumwolltuch. Putzmittel mit Salzsäure, Ameisensäure, Chlorbleichlauge, Phosphorsäure oder Essigsäure können laut Hansgrohe erhebliche Schäden verursachen. Auch das Umweltbundesamt warnt: Essigessenz ist ätzend und kann Armaturen und andere verchromte Teile schädigen.
- Nicht direkt auf die Armatur sprühen. Laut Hansgrohe kann Sprühnebel in die Armatur oder Brause eindringen und Schäden verursachen. Geben Sie das Mittel auf das Tuch.
- Luftsprudler abschrauben. Der Siebeinsatz vorn am Wasserhahn lässt sich meist von Hand herausdrehen. Legen Sie ihn in kaltes Wasser mit wenig Reinigungsmittel; nach Hansgrohe-Angaben löst sich der Kalk nach etwa zehn Minuten. Gut durchspülen und wieder einsetzen.
- Handbrause und Duschkopf: Die Handbrause vom Schlauch abschrauben und das Schmutzfangsieb reinigen. Bei vielen Kopfbrausen lässt sich die Strahlscheibe abnehmen und einzeln säubern.
- Messing und ältere Armaturen sind besonders empfindlich. Säure hier nur sehr niedrig dosiert und kurz einsetzen.


Kalk auf Fliesen
Glasierte Fliesen vertragen einen sauren Reiniger in der Regel gut. Das Problem sind die Fugen dazwischen. Der Fugenmörtel-Hersteller Sopro schreibt, dass eine intensive Säurebelastung zementäre Fugen angreift: Sie können ihre innere Stabilität verlieren, werden weich und waschen aus. Gefährlich ist vor allem die stetige und konzentrierte Anwendung. Typische Kandidaten erkennt man laut Sopro an Angaben wie „pH-Wert unter 7“, „Kalkentferner“, „Citruskraft“, „Essigreiniger“ oder „nicht bei Marmor einsetzen“.
Für Fliesen mit Zementfugen heißt das: Säure nur gelegentlich, verdünnt und kurz. Sopro empfiehlt, die Flächen vor und nach jeder Reinigung gründlich mit klarem Wasser abzuspülen. Dann sind die Poren der Fugen mit Wasser gefüllt, und die Säure kann nicht eindringen. Für die wöchentliche Reinigung reicht ein neutraler Badreiniger.
Bei Naturstein wie Marmor, Travertin oder Kalkstein verzichten Sie ganz auf Säure. Die Verbraucherzentrale nennt Marmor ausdrücklich als säureempfindliches Material, für das Essigreiniger und Zitronensäure nicht geeignet sind.
Fugen: Zement und Silikon brauchen unterschiedliche Pflege

Zementfugen zwischen den Fliesen
Zementfugen sind hart, aber porös. Graue Fugen sind oft nichts anderes als Schmutz sowie Seifen- und Kalkreste in den Poren. So bekommen Sie sie wieder heller:
- Fugen gut anfeuchten.
- Eine Paste aus Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 auftragen, kurz einwirken lassen und mit einer Fugenbürste oder alten Zahnbürste schrubben. Diese Anwendung nennt die Verbraucherzentrale Bayern.
- Mit klarem Wasser gründlich nachspülen.
Sopro weist noch auf einen Vorteil hin: Das alkalische Milieu einer Zementfuge hemmt das Wachstum von Pilzen und Algen. Wer die Fugen mit Säure regelmäßig angreift, verliert auf Dauer also nicht nur Festigkeit.

Silikonfugen in Ecken und an der Wanne
Silikonfugen sitzen dort, wo sich Bauteile bewegen: zwischen Wand und Wanne, in den Ecken der Dusche, am Waschbecken. Sie sind elastisch und empfindlich gegen Kratzer. Reinigen Sie sie mit Spülmittel und einem weichen Tuch und wischen Sie sie nach dem Duschen trocken. Schwarze Punkte, die tief im Silikon sitzen, lassen sich mit Putzen meist nicht mehr entfernen. Dann ist es Zeit, die Fuge zu erneuern.
Niemals mischen
- Kalkreiniger, Essig oder saure WC-Reiniger mit chlorhaltigen Reinigern: Das Umweltbundesamt warnt, dass Natriumhypochlorit aus Chlorreinigern zusammen mit sauren WC-Reinigern giftiges Chlorgas bilden kann.
- Essigessenz statt Essig: Essigessenz ist ätzend. Kaldewei schließt sie für Emaille ausdrücklich aus, das Umweltbundesamt warnt vor Schäden an verchromten Teilen.
Benutzen Sie verschiedene Reiniger nacheinander, spülen Sie dazwischen mit Wasser und lüften Sie das Bad.
Wann der Fachbetrieb ran sollte
Wann zum Profi?
- Zementfugen sind weich, sanden aus oder fehlen stellenweise: Hier hilft kein Putzen mehr, die Fugen müssen erneuert werden.
- Eine Silikonfuge hat sich gelöst oder ist gerissen. Dahinter kann Wasser in die Wand laufen.
- Die Emaille von Wanne oder Duschtasse ist abgeplatzt. Kleine Schäden lassen sich laut Kaldewei oft mit einem Emaille-Stift ausbessern, größere gehören in Fachhände.
- Eine Armatur tropft trotz Reinigung oder lässt sich schwer bedienen.
- Schimmel kommt immer wieder oder breitet sich auf der Wand aus.
Läuft auch die Dusche schlecht ab, liegt das selten am Kalk, meist an Haaren im Ablauf. Wie Sie den frei bekommen, steht in unserem Ratgeber Abfluss verstopft.
Häufige Fragen
Was löst Kalk im Bad am besten?
Eine Säure: verdünnte Zitronensäure, Haushaltsessig oder ein saurer Badreiniger. Welche davon Sie nehmen dürfen, hängt von der Oberfläche ab. Auf Marmor und Naturstein ist jede Säure tabu, bei Armaturen empfehlen Hersteller wie Hansgrohe nur milde Mittel auf Zitronensäurebasis.
Darf ich Essig auf Armaturen verwenden?
Besser nicht. Hansgrohe nennt Essigsäure ausdrücklich unter den Stoffen, die an Armaturen erhebliche Schäden verursachen können, und das Umweltbundesamt warnt vor Essigessenz an verchromten Teilen. Nehmen Sie ein mildes Mittel auf Zitronensäurebasis und ein weiches Baumwolltuch.
Ist Zitronensäure besser als Essig?
Im Bad meist ja. Zitronensäure ist weniger aggressiv als Essigessenz und riecht nicht. Essigsäure ist außerdem ein flüchtiger Stoff, der laut Umweltbundesamt die Raumluft belastet. Auf Naturstein und Zementfugen schaden aber beide.
Warum werden Fliesenfugen grau?
Zementfugen sind porös. In den Poren setzen sich Schmutz, Seifenreste und Kalk fest. Regelmäßiges Abziehen nach dem Duschen und gelegentliches Schrubben mit einer Natronpaste halten sie hell, ohne den Zement mit Säure anzugreifen.
Mehr dazu, was Natron, Essig, Zitronensäure und Soda chemisch tun, lesen Sie im Ratgeber Hausmittel zum Putzen.
Quellen
- Umweltbundesamt: Weniger ist mehr: umweltfreundlich reinigen
- Umweltbundesamt: Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln
- Verbraucherzentrale: Umweltfreundliche Putzmittel: Vier Mittel reichen für den Hausputz
- Hansgrohe: Pflege und Wartung (PDF)
- Kaldewei: Garantiepass, Pflege- und Einbauhinweise Stahl-Emaille (PDF)
- Sopro Bauchemie: Hinweise zur Reinigung zementärer Fugen (PDF)
- ZDFheute: Zitronensäure – so entkalken und reinigen Sie richtig
- ZDFheute: Natron: Was es alles kann – und was nicht