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Hausmittel zum Putzen

Was ist Schmierseife? Böden, Wasserhärte, Dosierung

Von 8 Min. Lesezeit

Hände wringen einen gelben Putzlappen über einem roten Eimer mit Seifenwasser aus
Foto: Myriams-Fotos / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

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Was ist Schmierseife? Eine weiche Seife aus Fetten oder Ölen, die mit Kalilauge verseift wurden. Chemisch besteht sie aus den Kaliumsalzen von Fettsäuren, deshalb heißt sie auch Kaliseife oder grüne Seife. Im Haushalt dient sie vor allem als Wischzusatz für Böden. Ob sie Ihrem Boden guttut, hängt aber von zwei Dingen ab, die auf der Flasche selten deutlich stehen: vom Bodenbelag und von der Härte Ihres Leitungswassers. Wie Schmierseife zu Natron, Soda und Essig steht, zeigt unsere Übersicht Hausmittel zum Putzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schmierseife ist Kaliumseife: pastös oder flüssig, weil Kalilauge statt Natronlauge verwendet wird. Kernseife ist dagegen eine feste Natriumseife.
  • Sie reagiert alkalisch. Die Fachplattform Baunetzwissen nennt sie ausdrücklich als Beispiel für Mittel mit einem pH-Wert über 9, die Linoleum angreifen können.
  • Hartes Wasser bremst sie aus: Mit Calcium bildet Seife unlösliche Kalkseife ohne Waschwirkung. Ein Hersteller rät bei hartem Wasser ganz von seiner Schmierseife ab.
  • Nicht für Laminat: Ein Reinigerhersteller warnt, dass der Boden stumpf werden kann.
  • Nicht mit Essig oder Zitronensäure mischen: Die Säure macht aus der Seife wieder Fettsäure, beide Mittel bremsen sich gegenseitig aus.

Was steckt chemisch in Schmierseife?

Seife entsteht, wenn Fette oder Öle mit einer Lauge reagieren. Diese Reaktion heißt Verseifung. Nimmt man dafür Natronlauge, entstehen Natriumsalze der Fettsäuren, also feste Seifen wie Kernseife. Nimmt man Kalilauge, entstehen Kaliumsalze, die weich bis schmierig bleiben und sich gut mit Wasser mischen. Daher kommt der Name Schmierseife.

Wie jede Seife ist Schmierseife ein anionisches Tensid: Sie setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab, benetzt die Fläche, löst fettigen Schmutz und hält ihn im Wischwasser in der Schwebe. Handelsübliche Schmierseifen enthalten oft noch Zusätze, etwa Kaliumcarbonat, Verdickungsmittel aus Cellulose oder Duftstoffe. Ein Blick auf die Inhaltsliste lohnt sich, wenn Sie empfindlich auf Parfum reagieren.

SchmierseifeKernseife
Lauge bei der HerstellungKalilaugeNatronlauge
Salz der FettsäurenKaliumsalzNatriumsalz
Konsistenzpastös oder flüssigfest

„Kaliseife“ auf einem Etikett meint chemisch dasselbe: Kaliumseife. Im Gartenhandel steht das Wort meist auf Mitteln gegen Blattläuse, dazu mehr weiter unten.

Für welche Böden eignet sich Schmierseife?

Hier widersprechen sich die Angaben, und genau das macht Schmierseife heikel. Ein Hersteller von Schmierseife empfiehlt sein Produkt für unversiegelte Stein- und Holzflächen und zählt Naturstein, Ton, Linoleum, Kork und Holz auf. Die Fachplattform Baunetzwissen schreibt dagegen über Linoleum, der Belag dürfe nicht mit Mitteln gereinigt werden, deren pH-Wert 9 überschreitet, und nennt Schmierseife als Beispiel. Linoleum enthält Rohstoffe, die von stark alkalischen Mitteln angegriffen oder verfärbt werden können. Im Zweifel gilt deshalb immer die Pflegeanleitung Ihres Bodens, nicht die der Seife.

BodenSchmierseife?Begründung
Geöltes oder unbehandeltes Holz✓ wenn der Bodenhersteller nichts anderes vorgibtVom Seifenhersteller ausdrücklich genannt. Schreibt Ihr Parketthersteller ein eigenes Pflegemittel vor, gilt dieses.
Kork, Ton (unversiegelt)✓Vom Seifenhersteller ausdrücklich genannt.
Naturstein! Herstellerhinweis prüfenVom Seifenhersteller genannt; bei hartem Wasser drohen Kalkseifen-Rückstände. Diese nicht mit Säure entfernen, denn Säure greift kalkhaltigen Naturstein an.
Linoleum! Herstellerhinweis prüfenBaunetzwissen: kein Mittel über pH 9, Schmierseife als Beispiel genannt. Der Seifenhersteller sieht es anders.
Fliesen, Feinsteinzeug! Herstellerhinweis prüfenKärcher weist darauf hin, dass Tensidrückstände auf Feinsteinzeug das Wiederverschmutzen begünstigen.
Laminat✗Der Reinigerhersteller HG rät ab: Schmierseife kann den Boden stumpf machen.
Jeder Boden bei hartem Wasser✗Seife bildet mit dem Kalk im Wasser unlösliche Kalkseife (siehe nächster Abschnitt).
Flachmopp mit türkisfarbenem Bezug auf einem dunklen Holzdielenboden
Geölte Holzböden sind der klassische Einsatzort für Schmierseife. Ob Ihr Boden dazugehört, steht in seiner Pflegeanleitung. Foto: jarmoluk / Pixabay

Warum die Wasserhärte über das Ergebnis entscheidet

Hartes Wasser enthält viel Calcium. Trifft Seife darauf, verbinden sich beide zu Kalkseife, einem Stoff, der sich nicht in Wasser löst und nicht mehr reinigt. Das Lexikon von chemie.de beschreibt diesen Effekt gerade bei Schmierseife als besonders nachteilig, weil dort wenig Seife auf viel und womöglich hartes Wasser trifft. Auf dem Boden bleibt dann ein Teil der Seife als Belag zurück, statt den Schmutz mitzunehmen.

Der Hersteller Sonett zieht daraus eine klare Grenze: Bei weichem Wasser bis 7,3 °dH empfiehlt er 25 ml Schmierseife auf 10 Liter Wasser, bei mittelhartem Wasser von 7,3 bis 14 °dH 40 ml. Bei hartem oder sehr hartem Wasser könne die Schmierseife „leider nicht verwendet werden, da sie Kalkseifen bildet“. Andere Produkte können andere Mengen nennen. Maßgeblich ist das Etikett Ihrer Flasche.

Dosierhilfe in zwei Schritten: drei Karten zu geeigneten, fraglichen und ungeeigneten Böden, darunter drei Eimer für weiches, mittleres und hartes Wasser mit 25 ml, 40 ml und durchgestrichen
Unsere Dosierhilfe: Erst klären Sie, ob Ihr Boden Seife verträgt, dann richtet sich die Menge nach der Wasserhärte. Zum Vergrößern antippen.

Den Härtegrad Ihres Wassers nennt Ihr Wasserversorger, meist auf seiner Website. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt Wasser in drei Bereiche ein: weich unter 1,5, mittel 1,5 bis 2,5 und hart über 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter. Umgerechnet sind das ungefähr unter 8,4, 8,4 bis 14 und über 14 °dH (unsere Umrechnung, 1 Millimol entspricht 5,6 °dH). Die Grenze für „weich“ liegt dort also etwas höher als in der Gebrauchsanweisung von Sonett.

So wischen Sie mit Schmierseife

Das brauchen Sie

  • Schmierseife (flüssig oder als Paste)
  • Eimer mit Literskala oder Messbecher
  • Wischmopp oder Bodentuch, das sich gut auswringen lässt
  • Haushaltshandschuhe, wenn Sie länger putzen
  1. Boden und Wasser klären

    Prüfen Sie in der Pflegeanleitung Ihres Bodens, ob seifenhaltige oder alkalische Reiniger erlaubt sind, und schauen Sie beim Wasserversorger nach Ihrem Härtegrad. Ist das Wasser hart oder schließt der Bodenhersteller Seife aus, nehmen Sie einen Reiniger, den die Pflegeanleitung nennt.

  2. Abmessen statt nach Gefühl dosieren

    Messen Sie die Menge laut Etikett ab und geben Sie sie ins Wischwasser. Mehr Seife bedeutet nicht mehr Sauberkeit: Das Umweltbundesamt rät generell, Reinigungsmittel sparsam und nach Dosieranleitung zu verwenden, weil das die Umwelt schont und Putzstreifen verhindert.

  3. An einer unauffälligen Stelle testen

    Wischen Sie zuerst ein Stück unter dem Sofa oder hinter der Tür und lassen Sie es trocknen. Bleibt ein matter Schleier oder verändert sich die Farbe, wischen Sie diese Stelle mit klarem Wasser nach und verzichten Sie auf Schmierseife.

  4. Nebelfeucht wischen

    Wringen Sie Mopp oder Tuch kräftig aus, sodass der Boden nur feucht wird und kein Wasser stehen bleibt. Für Laminat warnt etwa der Reinigerhersteller HG ausdrücklich davor, zu nass zu wischen.

    Hände wringen einen gelben Lappen über einem roten Eimer mit Seifenschaum aus, darunter ein heller Fliesenboden
    Gut auswringen: Der Boden soll feucht werden, nicht nass. Foto: Myriams-Fotos / Pixabay
  5. Nachwischen nach Etikett

    Ob Sie danach mit klarem Wasser nachwischen sollen, regelt die Gebrauchsanweisung Ihres Produkts. Wird der Boden mit der Zeit grau, streifig oder klebrig, kann die Dosis zu hoch oder das Wasser zu hart gewesen sein. Dann wischen Sie einmal mit klarem Wasser und dosieren beim nächsten Mal weniger.

Seife reagiert alkalisch und nimmt der Haut einen Teil ihres natürlichen Fettfilms. Wer häufig oder lange mit Seifenwasser putzt, schont seine Hände mit Handschuhen.

Schmierseife und Essig: Warum die Mischung nichts bringt

Viele Rezepte für selbst gemischte Allzweckreiniger kombinieren Schmierseife mit Essig oder Zitronensäure. Chemisch spricht dagegen: Seife ist das Salz einer Fettsäure. Gibt man eine Säure dazu, wird aus dem Seifen-Anion wieder die Fettsäure. Damit verschwindet genau die Form, in der Seife als Tensid wirkt. Gleichzeitig wird ein Teil der Säure verbraucht, der dann nicht mehr gegen Kalk wirkt. Am Ende haben Sie zwei Mittel, die sich gegenseitig ausbremsen.

Sinnvoller ist es, beide getrennt einzusetzen: Seife gegen fettigen Alltagsschmutz auf geeigneten Böden, eine Säure gegen Kalk dort, wo die Oberfläche sie verträgt. Wie Säuren auf Fliesen, Glas und Armaturen wirken, lesen Sie im Ratgeber Kalk und Fugen im Bad. Für stark verfettete Töpfe und Backbleche ist Waschsoda das kräftigere alkalische Hausmittel.

Niemals mischen

  • Schmierseife und Essig oder Zitronensäure in einem Eimer: Die Wirkung beider Mittel geht verloren.
  • Keine Essigessenz als Zusatz: Das Umweltbundesamt warnt, dass sie ätzend ist und verchromte Teile schädigen kann.
  • Keine Säure auf Naturstein, auch nicht zum „Nachspülen“ von Seifenresten. Warum, steht im Ratgeber Kalk und Fugen im Bad.

Und im Garten?

Im Gartenhandel taucht Kaliseife als Wirkstoff in Sprays gegen Blattläuse auf. Die Stiftung Warentest schreibt, Kaliseifen enthielten keine Duftstoffe, seien sehr pflanzenverträglich und auch für Obst und Gemüse zugelassen. Gemeint sind dabei fertige Pflanzenschutzmittel mit Zulassung. Eine parfümierte Schmierseife aus dem Putzschrank ist etwas anderes: Duftstoffe und Zusätze sind für Böden gedacht, nicht für Blätter.

Mehr über die übrigen Klassiker im Putzschrank, von Natron bis Zitronensäure, und welches Mittel auf welche Oberfläche passt, finden Sie in unserer Übersicht Hausmittel zum Putzen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Schmierseife und Kernseife?

Beide sind Seifen aus Fetten oder Ölen. Schmierseife wird mit Kalilauge hergestellt und ist als Kaliumseife weich oder flüssig. Kernseife entsteht mit Natronlauge und ist als Natriumseife fest. Zum Bodenwischen nimmt man meist Schmierseife, weil sie sich leicht im Wasser verteilt.

Kann ich Schmierseife mit Essig mischen?

Davon ist abzuraten. Die Säure im Essig verwandelt die Seife zurück in Fettsäure, die nicht mehr als Tensid wirkt, und wird dabei selbst verbraucht. Setzen Sie Seife und Essig lieber getrennt und nur auf Oberflächen ein, die das jeweilige Mittel vertragen.

Wie verwendet man Kaliseife?

Kaliseife ist ein anderer Name für Schmierseife. Zum Wischen geben Sie die Menge laut Etikett in das Wischwasser, bei einem Hersteller sind das 25 ml auf 10 Liter bei weichem und 40 ml bei mittelhartem Wasser. Bei hartem Wasser rät derselbe Hersteller von Schmierseife ab.

Darf ich Laminat mit Schmierseife wischen?

Besser nicht. Der Reinigerhersteller HG rät bei Laminat von Schmierseife ab, weil sie den Boden stumpf machen kann. Wischen Sie Laminat nebelfeucht mit dem Reiniger, den die Pflegeanleitung des Bodens nennt.

Quellen

  1. Wikipedia: Schmierseife
  2. Wikipedia: Seife
  3. Wikipedia: Verseifung
  4. chemie.de Lexikon: Seife
  5. Baunetzwissen: Reinigung und Pflege von Linoleum
  6. Sonett, Produktangaben Schmierseife flüssig (über Shop Apotheke): Anwendung und Dosierung nach Wasserhärte
  7. HG: Laminat pflegen
  8. Kärcher: Feinsteinzeugfliesen reinigen
  9. Umweltbundesamt: Reinigung im Haushalt
  10. Bundesministerium der Justiz: Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, § 9 Härtebereiche
  11. Stiftung Warentest: Pflanzenschutz mit Hausmitteln

Mehr zum Thema: Hausmittel zum Putzen – die Übersicht

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