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Hausmittel zum Putzen

Natron im Haushalt: Was ist Natron und was kann es?

Von 7 Min. Lesezeit

Offenes Bügelglas mit weißem Pulver und einem Holzlöffel, daneben zwei halbierte Limetten auf heller Fläche
Foto: Monfocus / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

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Natron ist Natriumhydrogencarbonat, ein mildes, leicht basisches Salz, das Sie im Supermarkt als Backtriebmittel finden, oft unter dem Namen Speisesoda oder Backsoda. Im Haushalt löst es Fett, bindet Gerüche und scheuert als Paste, ohne zu ätzen. Kalk löst es nicht, desinfizieren kann es nicht, und mit Essig gemischt verliert es seine Wirkung. Was Natron genau ist, wie es sich von Soda und Backpulver unterscheidet und wofür es sich wirklich lohnt, steht auf dieser Seite. Einen Vergleich mit Soda, Essig und Zitronensäure finden Sie in unserer Übersicht Hausmittel zum Putzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Natron = Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), pH-Wert gelöst etwa 8,5, also nur schwach basisch.
  • Gut gegen Fett, Eingebranntes und Gerüche, als Paste für Fugen und Backofen.
  • Nicht gegen Kalk und kein Desinfektionsmittel.
  • Nicht mit Essig mischen: Natron und Säure heben sich auf. Wenn beides, dann nacheinander.
  • Nicht verwechseln mit Soda (viel stärker, nicht essbar) und Backpulver (Natron plus Säure und Stärke).

Was ist Natron?

Natron ist der Alltagsname für Natriumhydrogencarbonat, ein geruchloses, weißes Salz mit der Formel NaHCO3. Gelöst hat es einen pH-Wert von etwa 8,5. Es ist damit alkalisch und kann Säuren neutralisieren, bleibt aber weit von einer ätzenden Lauge entfernt: Natron trägt kein Gefahrensymbol und wird als Lebensmittel verkauft. Im Handel heißt es auch Speisesoda oder Backsoda.

In der Küche ist Natron ein Triebmittel. Mit einer Säure reagiert es zu Kohlendioxid, und dieses Gas lässt den Teig aufgehen. Deshalb enthalten Rezepte mit Natron immer auch etwas Saures, etwa Quark, Zitrone oder saure Sahne. Dieselbe Reaktion erklärt, warum Natron mit Essig so eindrucksvoll schäumt, und warum die Mischung danach kaum noch putzt.

In Wasser löst sich Natron nur mäßig: Bei 20 Grad nimmt ein Liter höchstens etwa 93 g auf. Rühren Sie mehr hinein, bleiben feine Körnchen übrig. Genau das macht eine dicke Natronpaste zu einem milden Scheuermittel.

Natron, Soda und Backpulver: der Unterschied

Die drei Pulver sehen gleich aus und werden ständig verwechselt. Für das Putzen sind die Unterschiede aber erheblich:

PulverWas es istStärkeZum Putzen
Natron (Speisesoda, Backsoda)Natriumhydrogencarbonatschwach basisch, pH etwa 8,5✓ mild, für Fett, Gerüche, als Paste
Soda (Waschsoda, reine Soda)Natriumcarbonatstark basisch, pH 11,5 bei 50 g/l! kräftig, Handschuhe, nicht essbar
BackpulverNatron mit Säuerungsmittel und Stärkeschwächer als Natron✗ kaum sinnvoll

Backpulver enthält laut Stiftung Warentest neben Natron bereits ein Säuerungsmittel und Stärke, damit die beiden Stoffe nicht schon in der Packung reagieren. Ein Teil des Natrons wird also beim Kontakt mit Wasser von der eigenen Säure verbraucht. Zum Putzen nehmen Sie deshalb lieber reines Natron. Soda dagegen ist ein anderer, viel stärkerer Stoff, mit eigenen Regeln: Mehr dazu steht in unserem Ratgeber Waschsoda.

Übersicht mit sieben Zeilen: grün markiert Fett und Eingebranntes, Gerüche und Fugen; gelb Kalk und Urinstein sowie alltägliche Oberflächen; rot Natron mit Essig gemischt und Desinfizieren; unten ein Hinweis, dass ein Liter Wasser höchstens 93 g Natron löst
Wofür Natron sich lohnt und wofür nicht, zusammengefasst aus den Quellen dieser Seite. Zum Vergrößern antippen.

Wofür Natron im Haushalt taugt

Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft in Bayern nennt Natron vor allem für stark verschmutzte Haushaltsgeräte geeignet, etwa Dunstabzugshaube, Teekannen, Backbleche oder Grillroste. Wegen seiner alkalischen Eigenschaften wirkt es besonders gegen Fett. Tina Kienzl von der Verbraucherzentrale Bayern hebt hervor, dass sich Natron wegen seiner feinen, körnigen Struktur gut als Scheuermittel eignet.

Eingebranntes in Töpfen und Pfannen

Geben Sie etwas Natron und Wasser in den angebrannten Topf, lassen Sie es aufkochen und eine Weile einwirken. Danach lassen sich die Reste mit einem Schwamm abschrubben. Für sehr hartnäckige Krusten auf Edelstahl ist Soda die kräftigere Alternative.

Backofen und Fugen: die Natronpaste

  1. Paste anrühren

    Mischen Sie Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 zu einer streichfähigen Paste. Weil sich nicht alles Natron löst, bleiben feine Körnchen, die beim Reiben scheuern.

    Gelbe Gummihandschuhe vor einem Stapel grün-blauer Schwämme, daneben ein kleines Bügelglas mit weißem Pulver und Holzlöffel und zwei Glasspender
    Mehr als Natron, Wasser und einen Schwamm braucht die Paste nicht. Foto: Monfocus / Pixabay
  2. Auftragen

    Streichen Sie die Paste auf die eingebrannten Stellen im Backofen oder mit einer alten Zahnbürste auf die Fugen.

  3. Einwirken lassen

    Bei Fugen genügt eine kurze Einwirkzeit. Im Backofen lassen Sie die Paste auf den Krusten wirken, bevor Sie reiben.

  4. Abreiben und abspülen

    Reiben Sie die gelösten Reste mit Schwamm oder Bürste ab und wischen beziehungsweise spülen Sie mit klarem Wasser nach, bis keine weißen Rückstände mehr zu sehen sind.

Gerüche binden

Stellen Sie ein offenes Schälchen mit Natron in Schrank oder Kühlschrank. In Schuhe streuen Sie etwas Pulver direkt hinein, lassen es über Nacht wirken und schütteln es am Morgen aus. Auch Schneidebretter werden wieder geruchsneutral, wenn Sie das feuchte Brett mit Natron einreiben und danach abspülen.

Toilette: Natron und Säure nacheinander

Gegen Kalk und Urinstein in der Toilette braucht es eine Säure. Natron kann vorher helfen, wenn Sie beides nacheinander einsetzen: zuerst Natron in die Schüssel geben und kurz einwirken lassen, danach Zitronensäure im gleichen Verhältnis hinzufügen, nach kurzer Einwirkzeit mit der Bürste reinigen und spülen. Weil dabei Kohlendioxid entsteht, lüften Sie das Bad während der Reinigung.

Bügelglas mit weißem Pulver und Holzlöffel neben einer Holzbürste, einem Stück Olivenölseife und mehreren Limettenhälften
Natron und Säure gehören beim Putzen nacheinander auf die Fläche, nicht gemischt in ein Glas. Foto: Monfocus / Pixabay

Was Natron nicht kann

  • Kein Kalklöser: Kalk löst sich nur in Säure. Natron ist eine schwache Base und bewirkt bei Kalkflecken allein nichts. Für Kalk in Bad und Küche ist Zitronensäure das passende Mittel, mehr dazu in unserem Ratgeber Kalk und Fugen im Bad.
  • Kein Desinfektionsmittel: Natron wirkt zwar antibakteriell, ist aber kein Ersatz für ein Desinfektionsmittel gegen Viren oder andere Krankheitserreger.
  • Kein Ersatz für den Allzweckreiniger: Für die alltägliche Reinigung von Oberflächen rät das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft zu Reinigern mit Tensiden. Tenside lösen Schmutz und geben ihn im Putzwasser wieder ab, sodass er nicht mit dem Tuch auf die nächste Fläche wandert. Die Verbraucherzentrale hält vier Mittel für den Hausputz für ausreichend: Handspülmittel, Allzweckreiniger, Scheuerpulver und Essigreiniger oder Zitronensäure.
  • Mit Essig gemischt fast wirkungslos: Natron und Säure neutralisieren sich. Übrig bleibt laut Kompetenzzentrum Hauswirtschaft eine schwach alkalische Lösung, die haushaltsüblichen Schmutz wie Staub oder Saftränder nicht besser entfernt als Wasser. Manche Ratgeber empfehlen die Mischung trotzdem, etwa für den Abfluss. Warum sie dort wenig bringt, rechnen wir im Ratgeber Abfluss reinigen mit Natron und Essig vor.

Niemals mischen

  • Keine Hausmittel nach einem chemischen Rohrreiniger: Abflussreiniger enthalten laut Bundesinstitut für Risikobewertung meist stark ätzende Laugen. Gießen Sie danach weder Essig noch andere Säuren oder Natron-Essig-Mischungen hinterher.
  • Natron und Säure nicht in geschlossenen Gefäßen mischen: Das entstehende Kohlendioxid braucht Platz. Eine verschlossene Flasche kann unter Druck geraten.

Natron als Hausmittel gegen Sodbrennen?

Natron neutralisiert Magensäure und wird deshalb gegen Sodbrennen genommen. Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, weist aber auf Nebenwirkungen hin: Das entstehende Kohlendioxid kann zu Blähungen und Aufstoßen führen, auf Dauer kann Natron die Säureproduktion sogar anregen, und bei übermäßiger Anwendung ist der Säure-Basen-Haushalt gestört. Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen sollten wegen des hohen Natriumgehalts ganz darauf verzichten. Bei wiederkehrenden Beschwerden gehört die Frage in die Arztpraxis, nicht in den Vorratsschrank.

Häufige Fragen

Ist Natron dasselbe wie Backpulver?

Nein. Backpulver enthält Natron, dazu ein Säuerungsmittel und Stärke. Zum Putzen ist reines Natron besser, weil im Backpulver ein Teil des Natrons von der eigenen Säure verbraucht wird.

Was ist besser, Natron oder Soda?

Das hängt von der Aufgabe ab. Natron ist mild, ungiftig und für Gerüche, leichte Fettschichten und als Scheuerpaste gedacht. Soda ist deutlich stärker basisch und hilft bei hartnäckigem Fett und Eingebranntem, verlangt aber Handschuhe und verträgt sich nicht mit Aluminium.

Kann man mit Natron Kalk entfernen?

Nein. Kalk löst sich nur in Säure, zum Beispiel in Zitronensäure. Natron kann vorher Schmutz lockern, wenn Sie Natron und Säure nacheinander und nicht gemischt anwenden.

Desinfiziert Natron?

Nein. Natron wirkt antibakteriell, ist aber kein Ersatz für ein Desinfektionsmittel gegen Viren oder andere Krankheitserreger.

Quellen

  1. ZDFheute: Natron: Was es alles kann – und was nicht (mit Angaben des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft Bayern, der Verbraucherzentrale Bayern und des Umweltbundesamts: pH-Wert, Anwendungen, Fugenpaste, Toilette, Gerüche, Sodbrennen)
  2. Stiftung Warentest: Leserfrage: Was genau ist Natron? (Natron und Backpulver)
  3. Öko-Test: Natron im Haushalt (Handelsnamen, Backofenpaste, Töpfe, Schneidebretter)
  4. Verbraucherzentrale: Umweltfreundliche Putzmittel: Vier Mittel reichen für den Hausputz
  5. Wikipedia: Natriumhydrogencarbonat (Stoffdaten nach GESTIS und Merck: Löslichkeit 93,4 g/l bei 20 °C, keine Gefahrenkennzeichnung)
  6. Bundesinstitut für Risikobewertung: Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern (PDF, Abschnitt Abflussreiniger)

Mehr zum Thema: Hausmittel zum Putzen – die Übersicht

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